Fast 150 Jahre Baumschul-Geschichte ...
Johannes von Ehren (1832-1906)
Die Geschichte der Baumschule Lorenz von Ehren beginnt 1865 vor den Toren Hamburgs in Nienstedten. Hier lernt der Firmengründer, Johannes von Ehren (1832-1906), der Sohn eines Schiffers, in der Baumschule von James Booth das Gärtnerhandwerk. Seine Lehr- und Wanderjahre führen ihn durch Deutschland und Europa bis er sich im Jahr 1865 zur Gründung eines Betriebes entschließt und von Baron Jenisch ein kleines Grundstück pachtet. Die Baumliebe der reichen Hamburger Landschaftsgartenbesitzer und der einsetzende wirtschaftliche Aufschwung verhelfen Johannes von Ehren zu guten Geschäftserfolgen. Bereits 1872 kann die Baumschule ihr Liefergebiet bis nach Potsdam und 1875 sogar nach Kopenhagen ausdehnen.
Sein einziger Sohn, Lorenz von Ehren I (1867-1948), beginnt 1883, mit einer Lehre in den Forstecker Baumschulen bei Kiel in die väterlichen Fußstapfen einzutreten. 1898 übernimmt Lorenz von Ehren den Betrieb und verschafft der Baumschule internationales Ansehen. So werden Bäume an die Höfe von England, Dänemark und Preußen (1914), sowie an den Zarenhof in St. Petersburg (1912) geliefert. In dieser Zeit kristallisiert sich bereits eine Spezialität der Baumschule von Ehren heraus: Anzucht und Handel mit Solitärgehölzen und großen Bäumen.
Hierüber geben die alten Auftragsbücher Auskunft, die seit 1865 geführt wurden und noch im Archiv zu finden sind. So werden in dieser Zeit beispielsweise große Birken für den Jenischpark in Hamburg, Paulownien für das Arboretum der Baronin von Donner und große Thuja für den römischen Garten von Max Warburg geliefert.
Im ersten Weltkrieg bricht der Handel mit dem Ausland zusammen. Nach dem Krieg kann die Firma zwar weiterarbeiten, jedoch müssen Reparationsleistungen mit Pflanzen aller Art geleistet werden. Nachdem auch noch die Inflation überstanden ist, können mit Beginn der 20er Jahre erneut glänzende Geschäfte verzeichnet werden.
Lorenz von Ehren III, Bernd von Ehren
Seit Anfang der 40er Jahre ist auch die dritte Generation mit Johannes von Ehren II (1899-1982) und Lorenz von Ehren II (1906-1982) in der Geschäftsführung vertreten. Während des zweiten Weltkrieges darf auf den Flächen der Baumschule nur Obst- und Gemüse angebaut werden und so können lediglich die wertvollsten Gehölze weitervermehrt werden. Am Ende des Krieges ist von der einstigen Sortimentsvielfalt nur noch ein Bruchteil vorhanden.
In den Nachkriegsjahren durchstreifen die Baumschuler renommierte Betriebe in Europa und den USA um Bäume und Pflanzen aller Art und Größe für den wachsenden Bedarf nach Deutschland zu importieren.
Anfang der 60er Jahren geht die Verantwortung für das Familienunternehmen auf die vierte Generation, Lorenz von Ehren III (1937) und Bernd von Ehren (1938), über. Der Tradition folgend absolvieren auch sie zunächst eine Baumschul-Gärtnerlehre bevor sie in verschiedenen Betrieben in Europa und den USA ihre Lehr- und Wanderjahre verbringen. Mit der Öffnung des Elbtunnels werden die ersten Baumschulquartiere südlich der Elbe kultiviert. Um den unterschiedlichen Ansprüchen der hochwertigen Gehölze Rechnung zu tragen wird 1965 ein Zweigbetrieb in Bad Zwischenahn gegründet. Dieser entwickelt sich seit seiner Gründung in ein Paradies für Formschnittgehölze und immergrüne Solitärgehölze. Der Sprung über die Elbe folgt 1994 - aus logistischen Gründen wird die Firmenzentrale nach Hamburg-Marmstorf verlegt.
In fünfter Generation übernehmen Katharina von Ehren (1966) und Bernhard von Ehren (1972) zusammen mit Konrad Parloh die Geschäftsführung der Baumschule. So wird die Baumschule Lorenz von Ehren auch in Zukunft Akzente in der Grünen Branche setzen. Inzwischen sind die Produktionsflächen auf über 500 Hektar angewachsen. 140 Mitarbeiter kümmern sich um die Pflanzen in den Quartieren, um die Auftragsabwicklung und stehen den Kunden in Fachfragen beratend zur Seite.

