LvE steht für freien Pflanzenhandel in Deutschland - gegen Autochthone Gehölze
Hamburg, im Januar 2009
Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes gefährdet hunderte von Arbeitsplätzen
In den nächsten Wochen soll ein neues Gesetz zur Pflanzung nicht heimischer Pflanzen in der freien Landschaft durch den Bundesrat beschlossen werden. Diese Neufassung beruft sich auf die nicht wissenschaftlich belegte Hypothese, dass eine Eichenpopulation aus beispielsweise Hamburg eine andere genetische Ausstattung habe, als eine Eichenpopulation aus Bayern.
Diese These ist bislang durch keine einzige Untersuchung belegt, sondern etliche wissenschaftliche Untersuchungen beweisen das Gegenteil.
Pflanzenausgrenzung.
Konkret würde die Neufassung bedeuten, dass in Deutschland heimische Eichen, die in Norddeutschland großgezogen wurden, nach der Neufassung, als Fremdpflanzen in Bayern angesehen werden. Die Tatsache, dass Pflanzen bereits seit Jahrzehnten dorthin geliefert wurden und keinerlei Probleme verursacht haben, sich sogar im Laufe der Zeit genetisch vermischt haben ist nicht mehr von Bedeutung.
Freier Wettbewerb?
Nach aktuellem Kenntnisstand wird das `Rio‐Abkommen´ in keinem der Vertragsstaaten so umgesetzt wie in Deutschland. Kein europäisches Nachbarland unterscheidet bislang zwischen der regionalen Herkunft einer heimischen Pflanzenart innerhalb des jeweiligen Staatsgebietes, wie dies von einzelnen Bundesländern in Deutschland (Bayern, Baden‐Württemberg und Brandenburg) aufgrund sogenannter Empfehlungen inzwischen erfolgt.
Handelsbarrieren.
In den letzten Jahren hat die überzogene Umsetzung des `Rio‐Abkommens´ in einzelnen Bundesländern bereits spürbare Folgen für die norddeutsche Baumschulwirtschaft. Die neuen Regelungen dienen allein der Abschottung von Regionalmärkten in Deutschland, schränken den Wettbewerb ein, erhöhen den bürokratischen Aufwand, lassen sich in der Praxis nicht nachweisen und führen zu überhöhten Pflanzenpreisen, die den Steuerzahler belasten. Diese Handelsbarriere entzieht unserem Unternehmen und vielen anderen Betrieben die Geschäftsgrundlage.
Pflanzenexport.
Sollten diese Handelsbarrieren auf das europäische Ausland übergreifen, wird es nicht lange dauern, bis sich auch die umliegenden Länder gegen deutsche Importe abschotten. Das führt zu einem Zusammenbruch, der für die Baumschulwirtschaft lebenswichtigen Exportmärkte und damit dem Verlust von vielen hundert Arbeitsplätzen.
Auswirkungen.
Betroffen ist eine Branche mit mehr als 2000 Betrieben und über 30.000 Mitarbeitern in der Bundesrepublik Deutschland, die zu über 50% exportorientiert ist.

